Bibelgrundkurs auf Salomo.net

8.6 Der Dienst und die Ordnung der Kirche

Gott will, dass die Kirche in der Welt gegenwärtig bleibt, seine Botschaft verkündigt und seinen Namen unter der Leitung berufener Führer erhöht.

Predigt und Lehre

Die Aufnahme der christlichen Offenbarungsweisheit wurde in der Kirche immer vorausgesetzt. Im Neuen Testament können wir etwas über die Anforderungen und die Form der Lehre lesen, die für Wachstum und Jüngerschaft notwendig sind.

In den Briefen der Apostel können wir Seite um Seite über die Problematik falscher Lehre nachlesen. Die Verankerung in der apostolischen Lehre gab der jungen Kirche Schutz. Nicht nur auf der intellektuellen Ebene durfte sie diesen Schutz erfahren, sondern auch im täglichen Leben.

Gebet und Fürbitte

Das Gebet war die Kraftquelle der Urgemeinde. Es war die unsichtbare Waffe, die dem Evangelium Brückenköpfe in den von Götzendienst und moralischer Dunkelheit beherrschten Gebieten gewann.

Im Gebet wird die Macht Gottes wirksam, unbehindert durch die Beschränkungen des Raumes, der Zeit, der Kultur oder Gefängnisgitter.

Gemeinschaft und Fürsorge

Die Urgemeinde war eine revolutionäre Kraft. Nicht weil sie Sklaven gegen ihre Herren aufwiegelte. Sie war noch revolutionärer, indem sie die alten Unterschiede total beseitigte. Die wahre Befreiung war die Freiheit in Christus.

Menschen, die durch ihren sozialen Status, ihren religiösen Hintergrund und ihre Sprache getrennt waren, wurden nun zu Brüdern und Schwestern im Hause Gottes. Die Apostel lehr

ten, dass auch Witwen in der Familie Gottes wichtig sind; für die Kranken sollte gebetet werden, die Hungrigen sollten gespeist werden.

Gottesdienst und Gotteslob

Der Gottesdienst ist die Hauptaufgabe der Kirche. Jesus hat verheißen, dass da, wo auch nur zwei oder drei sich in seinem Namen zusammensetzen, er mitten unter ihnen sein wolle. Lob und Dank sind die Kennzeichen einer lebendigen Kirche.

Der Gottesdienst der christlichen Gemeinschaft ist nicht an ein Gebäude oder eine Ordnung gebunden, obwohl sich wahrscheinlich bereits zur Zeit der neutestamentlichen Briefe „Liturgien" (Gottesdienstformen) entwickelten.

Auf jeden Fall stellt das Neue Testament ganz klar heraus, dass nicht nur die führenden Persönlichkeiten, sondern jeder Christ Gott anbeten kann. Das „Priestertum aller Gläubigen" bietet Gott geistliche Opfer dar.

Leitung und Kirchenregiment

In der Urgemeinde gab es sogar von Gemeinde zu Gemeinde Unterschiede zwischen den Aufgaben und Bezeichnungen für die Diener. Ephesus hatte „Älteste" und Philippi „Bischöfe" (wahrscheinlich hatten beide die Funktion seelsorgerlicher Oberleitung). Außerdem gab es „Diakone", die einen sozialen Hilfsdienst organisierten, während die Apostel wieder eine Gruppe für sich waren.

Wer im Dienst der Seelsorge steht, gehört zur Kirche- aber die Kirche gehört nicht ihm. Die Seelsorger sind ein Geschenk Gottes an die Kirche. Sie geben der Herde Nahrung. Sie sollen selbst im Glauben und Verhalten ohne Tadel sein, und ihr Dienst soll dem Christi ähnlich sein, der gekommen ist, allen zu dienen.

Hinweis

Es ist wichtig, weder eine Hierarchie zu schaffen durch übertriebene Aufwertung der Leitungsfunktionen, noch die Wahrheit und Ordnung der Kirche durch die Abwertung derer, die mit Überblick begabt sind, zu gefährden.

Bibelstudium

Denkanstöße

  1. Studiere 1. Petrus 5, 1-11. Zähle die Qualitäten auf, die der Hirte von Gottes Herde haben sollte. Welche Assoziationen riefen diese Begriffe bei Petrus hervor? Vergleiche deine Antwort mit Johannes 21, 15-17.
  2. Welchen Spannungen wird die Kirche Jesu Christi unausweichlich ausgesetzt sein (V. 5-9)?
  3. Betrachte 1. Timotheus 4, 11-16. Paulus richtete diese Worte an einen jungen Gemeindeleiter mit Namen Timotheus. Welche Verantwortung und welchen Lohn hat die Leiterschaft? Wie sollten wir für unsere Leiter beten?
  4. Warum ist die Kirche keine Demokratie? Warum ist sie andererseits auch keine Hierarchie`?

 

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