Bibelgrundkurs auf Salomo.net

7.3 Der Christ und das Gebet

Gott hat das Gebet als Mittel der Verständigung und Gemeinschaft zwischen den Christen und sich gewählt. Im Gebet liegt das Geheimnis geistlichen Wachstums und wirksamen Dienstes.

Notwendig für die Gemeinschaft mit Gott

Das christliche Gebet ist keine Technik. Der Versuch, Gott für unsere eigenen Zwecke zu manipulieren, liegt auf dem Weg der Magie und der alten kultischen Religionen - wo der Mensch im Mittelpunkt steht. Im christlichen Gebet steht Gott im Mittelpunkt.

Schon auf der menschlichen Ebene weigern wir uns, diejenigen, die uns nahe stehen, nur zu benützen. Dasselbe gilt, wenn wir zu Gott Vertrauen haben, von ihm angenommen sind. Jesus lehrte seine Freunde, zu Gott als ihrem himmlischen Vater zu sprechen und nicht die bedeutungslosen Formeln heidnischer Anbetung zu gebrauchen. Das Gebet setzt eine Beziehung zu Gott voraus. Wir sollten aus dem Beispiel Jesu lernen; er hat sich regelmäßig zurückgezogen, um Zeit für das Gespräch mit dem Vater zu haben.

Notwendig für das Wachstum in Gott

Für das Leben des Christen kann man das Gebet mit dem Atmen vergleichen. Wenn wir regelmäßig beten, so werden unsere Kräfte ständig wachsen, und wir werden charakterlich gestärkt. Entgegen der landläufigen Meinung ist Beten kein Zeichen der Schwäche, sondern der Stärke und des inneren Fortschritts.

Das Gebet erzieht den Menschen. Die Jünger hatten es nötig, dass Jesus sie Beten lehrte, und er gab ihnen ein Mustergebet, das die Kirche nie vergessen hat. Zu jeder Zeit sieht sich der Christ vor dieselben Aufgaben und Vorrechte des Wachstums in Gott gestellt.

Notwendig für den Dienst für Gott

Gott braucht unsere Gebete nicht. Das Gebet verändert nicht seinen Willen und seinen Plan für uns. Doch die Bibel lehrt und unsere christliche Erfahrung bestätigt dies, dass das Gebet Einfluss darauf hat, wie er seinen Plan ausführt.

Der Grund dafür liegt darin, dass Gott das Gebet als einen Schlüssel benutzt, sein Volk mit in sein Handeln, die Ausführung seines Willens, Hineinzunehmen. Der Christ lernt, im Namen Jesu zu beten, d. h. in seinem Interesse. Er lernt auch, mit der Hilfe des Heiligen Geistes zu beten. Das Gebet ist die wichtigste Form des Dienstes.

Notwendig für das Lob Gottes

Der Christ ist ein Tempel des Heiligen Geistes und soll daher Gott in allem verherrlichen. Danksagung, Freude und Lob sind nach dem Neuen Testament Schlüsselaspekte einer christlichen Haltung.

Gott zu loben, heißt Großes von ihm zu sagen. Das wird besonders in den Psalmen deutlich, wo wir immer wieder von Gottes Größe lesen können und was er für sein Volk getan hat. Beim Nachdenken über die großen Themen der Bibel wird unser hob Gottes so zu einem lebendigen Teil unseres Gebetes.

Notwendig für die Gotteserfahrung

Das Gebet kann Gott in das Herz jeder menschlichen Erfahrung und jedes menschlichen Gefühls bringen. Die Psalmisten suchten Gottes Führung auch in Zeiten der Unsicherheit. Die Apostel konnten sich an ihn in Gebet und Lob auch im Gefängnis wenden. Paulus wurde von Gott gestärkt, auch wenn sein Gebet nach Befreiung vom Leiden nicht erfüllt wurde. Das Gebet gibt Gott die Möglichkeit, den neuen Menschen in Jesus Christus zu formen und zu entwickeln.

Hinweis

Wenn sich Gläubige zum Gebet im Namen Christi treffen, so ist ihnen nach Matthäus 18,19 und 20 die Kraft und die Gegenwart Christi verheißen.

Bibelstudium

Denkanstöße

  1. Denk über das Gebet des Herrn nach, wie es in Matthäus überliefert ist. Welches Muster gibt es uns für unser Gebetsleben? Welche ähnlichen Muster hast du in deinem eigenen Gebetsleben entwickelt?
  2. Warum beten? Versuche einige überzeugende Gründe aufzuzählen.
  3. Warum ist das Beten für manche Leute schwierig? Wie können wir einander darin helfen?
  4. Ein schottischer Prediger sagte einmal: „Eigentlich liegen wir ganz falsch, wenn wir davon sprechen, dass wir (für eine Arbeit beten), denn das Beten ist die Arbeit" Was hältst du von dieser Aussage?

>>Zurück zum Inhaltsverzeichnis