Bibelgrundkurs auf Salomo.net

5.5 Die Suche nach dem Sinn

Die ganze Menschheitsgeschichte erzählt uns von der Suche des Menschen nach dem Sinn des Daseins. Die Menschen werden ihre Verwirrung nicht überwinden, es sei denn, sie erfahren selbst das Licht und das Leben Gottes. Ihre Verwirrung zeigt sich auf folgenden Gebieten:

Die religiöse Suche

Der Mensch steht immer im Spannungsfeld zwischen der Offenbarung Gottes, die in der Person Christi gipfelt und den zahlreichen menschlichen Versuchen (die oft auch wertvolle Einsichten und viel Bewundernswertes enthalten), sich selbst einen Weg zu Gott zu bahnen.

Diese Versuche haben in der Geschichte viele Formen angenommen. Sie reichen von primitivem Aberglauben und Zauberei bis zu mächtigen und komplizierten religiösen Systemen.

Zur Zeit der Bibel ermahnten die Männer Gottes ihre Zuhörer ständig, von den menschengemachten Wegen zu Gott abzulassen und die Offenbarung des einzigen Gottes anzunehmen. Viele Briefe des Neuen Testamentes werfen das Licht auf das Problem falscher Lehrer und religiöser Wege, die nur zu Götzendienst und Irrtum führen.

Philosophische Wanderungen

Die Philosophie sucht seit alters her nach der schwer ergründbaren Weisheit und dem Wissen um die letzten Realitäten des Universums. Die meisten philosophischen Versuche kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen, manche zu gar keinen.

Die Ergebnisse der Philosophie, die die Offenbarung Gottes außer acht lässt, werden im alttestamentlichen Buch der Weisheit anschaulich dargestellt. Wie der Schreiber zeigt, ist der menschliche Geist ohne Gottes Hilfe unfähig, überzeugende Antworten auf die Sinnfrage des Lebens zu finden.

Psychologische Widersprüche

Das Wesen des Menschen kollidiert ständig mit seinem Zustand als gefallenes Geschöpf. Weil er nach dem Bilde Gottes geschaffen wurde, ist der Mensch darauf ausgerichtet, in Gemeinschaft mit seinem Schöpfer zu leben. Seine Anlagen erlauben ihm nicht einfach, seinen Ursprung zu vergessen und damit auch seine Fähigkeit zu vernünftigen und befriedigenden Beziehungen.

Seine Gefallenheit und seine Feindschaft zu Gott machen aus ihm jedoch eine Zusammenballung von Widersprüchen. Und der Mensch lebt nicht nur mit Gott im Kriegszustand. Die Geschichte zeigt ihn nur zu oft auch im Krieg mit seinem Nächsten, mit seiner Umwelt, mit seiner Familie und mit sich selbst.

Die Probleme des Menschen rühren nicht so sehr aus seinen äußeren Bedingungen als aus seinem inneren Zustand. So haben es Jesus und seine Apostel gelehrt. Allen, die Gott nicht kennen, bleibt wahre Identität und Sinnerfüllung weiterhin verborgen. Darin liegt die Ursache der Zerfallssymptome. Daher auch die Sehnsucht nach einem Erlöser.

Triebgebundenheit

Neben dem Verlust der Harmonie in der Gefühlswelt, in seinem Willen und seinen Beziehungen weist die Bibel auf die unnatürliche Vorherrschaft seiner körperlichen und sinnlichen Begierden als Ergebnis des Falls hin.

So sind gewöhnlich in der Geschichte die Zeiten geistlicher Armut meistens auch Zeiten einer auffälligen Zunahme der gesellschaftlichen Abhängigkeit von Geld, Alkohol, Partnerwechsel und entfremdetem Vergnügen.

Der Mensch hat große kreative und technische Begabungen; doch wenn diese nicht durch ein Weltbild beherrscht werden, in dem Gott im Mittelpunkt steht, sind Durcheinander und Knechtschaft die unausweichlichen Folgen.

Hinweis

Ein Christ, der nichtgeistlich wächst, verfängt sich leicht in den Problemen, die auch die Welt so quälend zusammenhalten. Er steht in Gefahr, die Sicherheit des Friedens mit Gott zu verlieren.

Bibelstudium

Denkanstöße

  1. Betrachte in Johannes 4, 1-10 die Schilderung von Menschen, die in offener Feindschaft zu Gott leben. Was kennzeichnet ihre Handlungen, wie lassen sich diese erklären? Welcher Weg führt zur geistlichen Genesung, und welche Ermutigungen gibt es auf diesem Weg?
  2. Welche Beispiele von Menschen kennst du in deinem Umkreis, die nach religiösen Lebensantworten suchen? Wie kann deine Gemeinde ihnen in ihrer Suche helfen? Vergleiche deine Ergebnisse mit 1. Thessalonicher l, 5.
  3. Erinnere dich daran, wie es war, als du noch nichts von Gottes Freundschaft wusstest. Inwieweit kannst du deine damalige Lage in Offenbarung 3, 17 wiedergeben?
  4. Zähle auf, wo der Mensch mit sich selbst, dem Nächsten, der Natur und Gott im Krieg liegt.

 

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