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5.3 Die Auflehnung des Menschen und sein Fall

Gott hat dem Menschen in der Schöpfung Gaben und Vorrechte gegeben, die ihm Individualität und Freiheit erlaubten. Bewusster Missbrauch dieser Gaben führte den Menschen zur Auflehnung, auf die sein Fall folgte.

Unschuld und Gemeinschaft

Die ursprüngliche moralische Situation des Menschen lässt sich am besten als „Unschuld" bezeichnen. Er war nicht gerecht in dem Sinne, dass er eine entwickelte Aufrichtigkeit des Charakters bessesen hätte; in seinem Vertrauen und der Einfachheit,

in der er mit Gott umging, lag eher etwas kindliches.

Die Unschuld des Menschen war jedoch keine eingebaute, unveränderliche Größe. Er war nicht wie ein Computer darauf programmiert, seinem Schöpfer bedingungslos zu gehorchen - der Mensch ist keine Maschine. Er ist eine Persönlichkeit, die in freier Beziehung zu ihrem Schöpfer steht.

Anders als seine Nachkommen hatte der erste Mensch jedoch keinen inneren Drang zur Sünde. Ob er in der Beziehung zu Gott bleiben würde oder nicht, lag an den Entscheidungen, die er frei treffen konnte.

Freiheit und Entscheidung

Die Bibel zeigt, dass der Mensch in seinen Entscheidungen über die Beziehung zu Gott frei war. Er war nicht gezwungen, Gottes Weg zu gehen. In jeder echten Beziehung müssen die Betroffenen die Freiheit zur eigenen Entscheidung haben, die sie von Robotern oder Marionetten unterscheidet.

Gott hat dem Menschen seine Entscheidungsfreiheit nicht verschwiegen. Er hat ihm aber auch ganz klare Anweisungen gegeben. Der Mensch hatte die Wahl.

Entscheidung und Verantwortung

Obwohl wir von anderen in unseren Entscheidungen beeinflusst werden, müssen wir letztlich die Verantwortung für unsere Entscheidungen tragen. Die Fähigkeit, zwischen Gut und Böse zu wählen, beinhaltet auch die Verantwortung, das Gute zu wählen.

In der Geschichte vom Sündenfall sehen wir, wie Menschen versuchen, sich vor dieser Verantwortung zu drücken. Adam schiebt die Schuld auf Eva, sie wiederum auf die Schlange. Das Verhalten Gottes zeigt, dass sie alle an den von ihnen begangenen Sünden schuldig geworden waren.

Entscheidung und Auflehnung

Die Auflehnung des Menschen gegen seinen Schöpfer kann nicht als einmaliger Ausrutscher abgetan werden. Der Mensch stellte Gottes Autorität in Frage, indem er ihm nicht gehorchte. Er zweifelte daran, dass Gott es war, der wußte, was gut für ihn war. So lehnte er sich bewusst gegen Gott auf und ging seinen eigenen Weg.

Er wurde zu einem sündigen und gefallenen Geschöpf - zu dem, was die Menschheit heute ist. Seinem Schöpfer entfremdet, muss das Menschengeschlecht als ganzes von der Bibel her als gefallenes Geschlecht beschrieben werden. Das Ebenbild Gottes im Menschen wurde jedoch nicht ganz zerstört. Es ist immer noch vorhanden, wenn auch verzerrt und gestört. Kein Gebiet des menschlichen Denkens und seiner Persönlichkeit ist aus dieser Gefallenheit ausgenommen.

Die Sünde wurde zum universalen Prinzip. Die Menschen von heute, ihr Handeln und ihre Entscheidungen unterstreichen ihre Verwobenheit mit diesem gefallenen Geschlecht.

Hinweis

Die Gefallenheit des Menschen bedeutet, dass wir unser ganzes Leben mit der Neigung zur Auflehnung gegen Gott zu kämpfen haben werden. Die ganze Menschheit leidet unter dieser Not.

Bibelstudium

Denkanstöße

  1. Lies die Zehn Gebote und denke darüber nach (2. Mose 20, 3-17). Warum musste Gott uns die Gebote überhaupt geben? Mit welchen Lebensbereichen beschäftigen sie sich? Warum haben sie heute noch Bedeutung? Kennst du sie auswendig?
  2. Wessen Schuld ist es, wenn wir Böses tun? Ist es die Schuld des Teufels? Oder Gottes Schuld - weil er dem Menschen den freien Willen gegeben hat? Die Schuld unserer gefallenen Natur? Vergleiche deine Ergebnisse mit 1. Mose 3, 71-13; Römer 1, 20; 3, 19 u. 20.
  3. Wie können Jünger Jesu ihre Motivation stärken, das Gute und nicht das Böse zu wählen?
  4. Wir sind für alle unsere Entscheidungen verantwortlich. Beschreibe mit deinen eigenen Worten, was Verantwortung bedeutet. Was verrät uns das über den Gott, der uns geschaffen hat.

 

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