3.4 Die Namen Jesu Christi

Die vielen verschiedenen Namen Jesu Christi enthüllen verschiedene Wesenszüge seiner Person und seines Werkes.

Sohn Gottes

Wie kein anderer lehrte Jesus seine Jünger, Gott als ihren vertrauten Vater anzusehen. Doch wie er die Ausdrücke „mein Vater" und „euer Vater" verwendet, macht deutlich, dass er seine eigene Beziehung zum Vater noch in einem etwas anderen Licht sah, als die seiner Jünger.

Auch die jüdischen Machthaber sahen das und klagten Jesus an, er stelle sich Gott gleich. Am häufigsten erscheint der Ausdruck „Sohn Gottes" im Johannesevangelium.

Das Wort

Das Alte Testament berichtet, Gott habe durch sein Wort alle Dinge geschaffen. Er sprach und es wurde. Der Apostel Johannes zeigt, dass dieses Wort in Wahrheit Gottes Sohn war, ohne den nichts existieren würde.

Das Wort ist auch noch auf eine andere Weise in die Schöpfung Gottes verwickelt. Es ist die vollkommene Übermittlung Gottes an die Menschen. Weil Christus das Wort Gottes ist, brachte er uns nicht nur Gottes gute Nachricht, sondern er selbst ist die gute Nachricht.

Hoherpriester

Dieser Titel ist aus dem alttestamentarischen Opfersystem entlehnt. Der Hohepriester musste jedes Jahr für das Volk Gottes ein Opfer bringen zur Sühne ihrer Sünden.

Durch seinen Opfertod (der nicht wiederholt werden muss) ist Christus der vollkommene Mittler und Hohepriester.

Messias

Jahrhunderte lang schon hatten die Juden auf den zukünftigen König aus dem Hause Davids gewartet. Die Juden bezeichneten diesen König als den Messias (griechisch „Christos"). Er sollte mit der Autorität und Macht Gottes begabt sein, das Ende der Zeiten einzuleiten und das Reich Gottes aufzurichten.

Es war Simon Petrus, der als erster deutlich bekannte, dass Jesus der Christus sei; es ist jedoch wichtig, festzuhalten, dass Jesus die damals weit verbreitete Auffassung eines Messias als politischem Befreier aus der Unterdrückung durch das römische Reich entschieden ablehnte. Er sah seinen messianischen Auftrag als einen des Leidens und Sterbens für die Rettung der Menschen.

Menschensohn

Mehr als jeden anderen gebrauchte Jesus diesen Namen, wenn er von sich selbst redete. Obwohl er auf sein Menschsein hinzuweisen scheint, ist er in Wahrheit ein Hinweis auf seine Gottheit. Der Ausdruck stammt aus dem Buch Daniel, wo der Sohn des Menschen ein immerwährendes Königreich regiert.

Jesus gebraucht den Titel auf drei verschiedene Weisen: für sein irdisches Wirken, seinen Tod und für seine kommende Verherrlichung. Man nimmt an, dass er diesen Titel bevorzugte, weil er keine nationalistischen Assoziationen weckte, eine Identifikation mit den Menschen beinhaltete und sowohl „Obertöne der Gottheit als auch Untertöne der Menschheit" enthielt.

Herr

Christus den Herrn zu nennen, war in der Urgemeinde zur Zeit des Neuen Testamentes das Kennzeichen eines echten Christen. Der Gebrauch dieses Namens rief Widerstand hervor: die jüdischen Machthaber hielten ihn für Gotteslästerung, die Römer für Verrat gegenüber dem Kaiser. Dieser Titel schreibt alle Macht Jesus zu.

Hinweis

Dem menschlichen Fühlen und Denken ist die ganze Fülle Christi weder mit Gedanken noch mit Vergleichen erfassbar. Die sechs hier aufgeführten Titel sind nicht die einzigen, die die Bibel Jesus gibt. Es ist ermutigend, die zahlreichen anderen Titel, die man Jesus gegeben hat, zusammenzustellen.

Bibelstudium

Denkanstöße

  1. Lies Matthäus 16, 13-28. Jesus lobt Petrus, weil Petrus ihn als Messias erkennt, doch verbietet er ihm, das öffentlich zu sagen. Warum? Wie wird Jesus in diesem Abschnitt noch beschrieben, und wie sieht er seine Rolle?
  2. Worin geht Jesus über das Priestertum des Alten Testamentes hinaus? Siehe Hebräer 7, 23-2,8.
  3. Warum ist die Anrede Jesu so wichtig? Worin liegt die Gefahr, wenn man von ihm heute nur als „Jesus" spricht? Vergleiche deine Antwort mit Markus 13, 5.6.
  4. Welcher der vielen Titel Jesu hat für dich eine besondere Bedeutung? Welcher neue Aspekt seiner Person wurde dir durch dieses Studium deutlich'?

 

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