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3.1 Die Menschwerdung Jesu Christi

Statt „Menschwerdung" wird auch der theologische Fachbegriff „Inkarnation" (lateinisch: Fleischwerdung) benutzt. Das Neue Testament sagt, dass Gott Mensch geworden ist. Dieser Mensch, Jesus Christus, war ganz Mensch und ganz Gott.

Christus war der Sohn Gottes, bevor es Raum und Zeit gab

Die Bibel lehrt, dass Jesus nicht erst dann zu existieren begann, als er geboren wurde, sondern, dass es ihn als Sohn Gottes schon immer gegeben hat. In ihm hat Gott das Weltall geschaffen; in ihm halten alle Dinge zusammen.

Seine übernatürliche Empfängnis

Die Umstände der Geburt Jesu helfen uns zu verstehen, dass er ohne Sünde geboren wurde. Unser menschliches Gefangensein in der Sünde wird uns von den Eltern vererbt. Wegen seiner einzigartigen Empfängnis wurde Jesus nicht in diese Gefangenschaft hinein geboren.

Jesus wurde ganz normal wie jeder andere Mensch geboren. Doch seine Empfängnis geschah durch einen Eingriff des Heiligen Geistes. Aus diesem Grund ist Jesus sowohl Mensch als auch Gott.

Wahrer Mensch...

Das Neue Testament zeigt, dass Christus ein voller Mensch war - hinein geboren in eine jüdische Familie und dem jüdischen Gesetz unterworfen.

Er durchlebte alle Schwierigkeiten, die den Menschen zustoßen. Er war Hunger und Durst, Erschöpfung und Trauer ausgesetzt, und er stellte sich der vollen Macht der Versuchung - jedoch ohne ihr jemals nachzugeben. Obwohl er immer auch ganz Gott war, teilte Jesus (als Mensch) alle menschlichen Schwächen. Deswegen war er besonders geeignet, zum Vermittler zu werden, der Mensch und Gott zusammenbringt.

...und wahrer Gott

Je weiter sich das Neue Testament entfaltet, umso mächtiger enthüllt sich die Tatsache, dass Christus Gott ist. Die Indizien werden zu Hinweisschildern und die Hinweise zum offenen Bekenntnis.

Das Wesen Christi (seine Sündlosigkeit und Reinheit), sein Anspruch (die verkörperte Wahrheit, der Richter der Welt zu sein, eine innige Beziehung zum Vater zu haben) und sein Handeln (Wundertaten, Sündenvergebung, Annehmen der Anbetung).

Die einzigartige Person Christi

Niemand gleicht Jesus Christus, denn er ist sowohl Mensch als auch Gott in zwei getrennten Naturen, aber für immer in einer Person verbunden. Derselbe Jesus, der sagte, er sei durstig, ' bezog sich im Gebet auf die Herrlichkeit, die er in der Ewigkeit mit dem Vater teilt.

Die Autoren des Neuen Testamentes versuchen nicht philosophisch zu erklären, wie eine Person gleichzeitig Gott und Mensch sein kann. Doch das Bild, das sie von ihm zeigen, identifiziert Jesus sowohl mit Gott als auch mit den Menschen.

Sein Rettungswerk

Einige Aspekte der Menschwerdung entziehen sich unserem Verständnis. Aber eines ist sicher: Wir verstehen genug, um zu wissen, dass in Jesus Christus als wahrem Gott und wahrem Menschen der eine Retter gefunden wurde, den die Menschheit braucht.

Er hat seine ewige Herrlichkeit aufgegeben und sich in die Mühen des Menschseins eingelassen - bis zum Kreuzestod für unsere Sünden. So wurde er zum Versöhner zwischen Gott und den Menschen. In seiner Auferstehung öffnet er uns Menschen sogar den Weg in den Himmel.

Hinweis

In der Geschichte der Christenheit sind immer dann Irrlehren entstanden, wenn einer der beiden Aspekte Jesu - seine Gottheit oder sein Menschsein- vernachlässigt wurde. Es muss uns ganz klar werden, dass er in jeder Beziehung wahrer Gott und wahrer Mensch ist.

Bibelstudium

Denkanstöße

  1. Betrachte Kolosser 1, 15-20. Wie stellt dieser Abschnitt Christus dar in seiner Beziehung zur Schöpfung, zur Gemeinde, zu Gott und zum Kreuz?
  2. Man hat über fast jeden Aspekt der Menschwerdung gestritten. Besonders Jesu volles Menschsein und seine Gottheit wurden angegriffen. Warum geschah das, und warum ist unser Verständnis dieser Lehre begrenzt?
  3. In welcher Weise sollten wir Jesu Leben als Mensch nacheifern? Siehe die Möglichkeit von Hebräer 12,2-4.
  4. Was haben wir von der Tatsache, dass Jesus ein Mensch war wie wir? Und was haben wir davon, dass er im Unterschied zu uns Gott ist?

 

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