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2.4 Gott, der Vater

Ganz allgemein ist Gott der Vater der von ihm geschaffenen Schöpfung. Er ist auch der Vater aller Christen, die er in seine Familie adoptiert hat. Doch das wichtigste ist: Er ist der Vater Jesu Christi.

Der Schöpfervater aller Dinge

Obwohl die Bibel Gott nie direkt als Vater der Schöpfung anspricht, wird seine Schöpfernatur doch oft in Verbindung mit seinem väterlichen Wesen gesehen. Das Universum steht unter seiner Fürsorge und väterlichen Autorität.

Die Schrift spricht von Gott als dem Vater der Menschen zunächst nur in einem sehn- allgemeinen Sinn - weil er uns geschaffen hat. Die Möglichkeit einer engen und innigeren Beziehung zwischen Gott und dem einzelnen Gläubigen wurde erst in Jesus Christus ganz enthüllt, der sie lehrte und möglich machte. Gott ist zwar der Vater aller Menschen, aber eben nur in einem sehr eingeschränkten Sinn. Diese Einschränkung hat ihre Ursache in der universalen Auflehnung gegen Gottes Macht. die die Menschheit durch die Geschichte kennzeichnet.

Der Bundesvater Israels

Im Alten Testament schloß Gott mit Israel einen feierlichen Vertrag, daß er ihr Gott sein wollte und Israel sein Volk, daß sie sich seiner Herrschaft und Autorität unterordneten.

In diesem nationalen Sinne wurde Gott zum Vater Israels, der sein Volk leitete, schützte und bei den vielen Gelegenheiten, wo es nicht gehorchte, korrigierend strafte.

Der Adoptivvater der Christen

Es war Jesus Christus, der die Vaterschaft Gottes denen, die an ihn glaubten, in einem ganz innigen Sinn, wie ihn kein anderer Glaube kennt, offenbarte. Er lehrte seine Jünger, Gott als ihren himmlischen Vater anzureden.

Aus dem Neuen Testament erfahren wir, daß das Heil für den neuen Gläubigen zuerst einmal Vergebung bedeutet und das Recht, vor Gott stehen zu dürfen. Doch als zweites werden wir in die Familie Gottes aufgenommen - mit allen Vorrechten, die sich daraus ergeben. Und drittens erhalten wir den Geist der Sohnschaft - unser Herz wird verändert; wir werden ermutigt, so mit Gott zu reden, wie ein Kind mit seinem Vater spricht.

Diese Beziehung zu Gott ist ohne menschliche Parallele. Wer in diese Beziehung eingetreten ist, von dem kann man wirklich sagen, er ist aus Gott geboren. Er ist ein Kind Gottes. ... ist von Ewigkeit her der Vater Jesu Christi

Zwar hat Jesus in seinen Gebeten Gott „Vater" genannt, doch er nahm nie am Gebet seiner Freunde teil, noch redete er ihnen gegenüber von „unserem" Vater. Eine Ausnahme macht das „Vater Unser"; doch es ist ein Gebet für die Jünger und nicht sein eigenes Gebet.

In einem sehr viel tieferen Sinne als es die Jünger waren; war Jesus Gottes Sohn. Im Johannesevangelium wird die ewige Beziehung zwischen Vater und Sohn am klarsten gesehen.

Hinweis

Wegen unserer Schwachheit müssen wir zwischen den Maßstäben, die menschliche Väter setzen, und Gottes vollkommenem Vatersein unterscheiden. Auch der beste menschliche Vater kann nur ein schwaches Abbild der göttlichen Fürsorge und Liebe sein.

Bibelstudium

Denkanstöße

  1. Beschäftige dich mit Galater 4, 1-7. Hier wird der Unterschied zwischen Sklaven und Söhnen (V. 7) aufgezeigt. Verfolge von Vers 4 an den Prozeß, durch den der Christ zu einem Kind Gottes wird. Welche Vorrechte gibt der Vater seinen Kindern?
  2. Welche Auswirkung sollte die Feststellung, daß Gott unser Vater ist, auf unser Gebet haben? Denke darüber nach und vergleiche deine Antwort mit Matthäus 7,9-11.
  3. Was würdest du einem Nichtchristen antworten, der zwar meint, Gott sei der Vater aller Menschen, aber um solche Dinge wie Gebet, Bibel und Kirche brauche man sich nicht zu kümmern?
  4. Was macht Gott, dem Vater, am meisten Freude? Was betrübt ihn am meisten? Vergleiche deine Antwort mit Lukas 15,11-24.

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